Baumpflege im Sommer

Unsere neue Serie „Nutzholzschnitt im Garten“ Teil 2/6

Teil 2: Baumpflege im Sommer

Traditionell wurden Bäume in der Vergangenheit im Winter geschnitten. Den Ursprung zu diesem Termin lieferte das Arbeitsfeld der Gärtner und Landwirte in früheren Zeiten. Es gab im Winter nicht so viel zu tun und es blieb genug Zeit für den Baumschnitt. Es wurde aber nicht berücksichtigt, dass die Wundheilung bei Schnittmaßnahmen im Winter meistens gar nicht stattfindet beziehungsweise sehr viel länger dauert als im Sommer wenn die Bäume voll im aktiven Wachstum sind. Krankheitserreger wie zum Beispiel Pilze haben länger Zeit, in die offenen Wunden einzudringen. Außerdem bilden die Bäume an Schnittpunkten ein starkes Wachstum aus und es werden sogenannte schlafende Knospen aktiviert, was dann häufig zu sogenanntem Besenwuchs führt oder aber die Zahl der Wassertriebe bei Obstbäumen ansteigen lässt.

Bei einem Sommerschnitt gibt es diesen starken Wuchs nicht mehr und die Pflanze verschließt die entstandenen Wunden sehr schnell, vorhandene Triebe werden gestärkt. Sommerschnitte empfehlen sich auch bei Bäumen, die schon sehr früh im Jahr mit dem Wachstum beginnen. Diese können bei einem Schnitt im Frühjahr stark bluten (es kommt zu einer sehr starken Produktion von Pflanzensaft, die den Baum schwächen kann). Folgende Bäume gehören in diese Kategorie: Ahorn, Birke, Wallnuss und Hainbuche. Der Sommerschnitt sollte in der Zeit von Ende Juni bis Ende September stattfinden.

Die Vorteile der Baumpflege im Sommer auf einen Blick:

  • Totholz wird besser gesehen als in den Wintermonaten
  • sollen Auslichtungsschnitte erfolgen, ist im Sommer gut zu beurteilen, wo man schneiden sollte
  • Wunden verheilen sehr schnell
  • Krankheitserreger haben kaum eine Chance einzudringen
  • kein Besenwuchs (Kräftigung der nach dem Schnitt noch vorhandenen Triebe und Wurzeln)
  • bei Obstbäumen wird durch den Sommerschnitt die Zahl der Früchte reduziert – die verbleibenden Früchte werden dafür größer und schmackhafter
  • keine niedrigen Temperaturen und keine Kälte

Ein Winterschnitt empfiehlt sich gegebenenfalls bei Formgehölzen und bei Obstbäumen, wenn ein starkes Wachstum erreicht werden soll. Bei allen Schnittmaßnahmen sollte nach Möglichkeit darauf geachtet werden, dass die Wuchsform des Baumes erhalten bleibt. Schnittmassnahmen werden auch häufig erforderlich, weil Bäume im Garten zu groß werden. Deshalb sollte man sich schon beim Kauf eines Baumes am besten beraten lassen, damit der Baum auch in den Garten passt. Sollte der Wunschbaum nicht in den Garten passen, empfiehlt sich ein Beratungsgespräch in einer Baumschule, um eine sinnvolle Alternative zu finden.
Grundsätzlich sollte man den Baumschnitt möglichst vermeiden (außer Obstbaumschnitt und Formschnitt so wie Entfernung von Totholz). Bei allen Schnittmaßnahmen sind die gesetzlichen Bestimmungen des Vogelschutzes zu beachten.

Buchempfehlungen zum Thema:

  • Baumpflege im Jahresverlauf
    Gesetzliche Bestimmungen und Zeitpunkte der Schnittmaßnahmen auf einen Blick
  • Von den Bäumen lernen für eine fachgerechte Baumpflege
    Eine sehr Ausführliche Beschreibung des Themas

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Rohwer Garten- und Landschaftsbau
Frankenweg 12
21357 Barum (OT St. Dionys) – Deutschland
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Dieser Bericht ist Teil der Serie „Nutzholzschnitt im Garten“