Biologischer Pflanzenschutz – Was ist das? Blattläuse und Weiße Fliege

Biologischer Pflanzenschutz© Horst Jäger

Teil 2: Blattläuse und Weiße Fliege

 Blattläuse sind neben den Schnecken die häufigsten Pflanzenschädlinge und gehören zusammen mit Schildläusen, Wollläusen und der Weißen Fliege zur Gruppe der Pflanzenläuse. Sie bedienen sich an den Leitungsbahnen (Siebröhren = Phloem) der Pflanzen. Da dort der Saft unter einem hohen Druck steht, müssen Blattlaus und Co. im eigentlichen Sinne nicht saugen, sondern nehmen den Saft auf bequeme Art passiv auf. 

Dieser Saft enthält nur geringe Anteile an stickstoffhaltigen Verbindungen (Aminosäuren) dafür aber reichlich Zucker. Die Aminosäure ist für saugende Insekten das Lebenselixier. Sie müssen reichlich Saft aufnehmen, um den Stickstoffbedarf zu decken. Der überschüssige Zucker, den sie nicht benötigen, wird schnell und unverdaut über den Verdauungstrakt wieder ausgeschieden. Dieser zuckerhaltige „Kot“ stellt den sogenannten Honigtau dar, der auch von anderen „Schädlingen“ wie der Weißen Fliege, einigen Schildläusen, Blattflöhen und Zikaden produziert wird. Häufig hat sich auch eine wechselseitige Beziehung zu Ameisen entwickelt. Diese nehmen den Blattläusen den Honigtau ab (im Volksmund genannt: „Ameisen melken die Blattläuse“). Auch der Mensch verzehrt dieses „Abfallprodukt“ in Form von zum Beispiel Waldhonig, der nichts anderes ist, als der von Bienen eingesammelte Honigtau bestimmter Blattlausarten aus dem Nadelwald. Auch geparkte Autos, die eine Zeit lang unter belaubten Lindenbäumen gestanden haben, können eine klebrige Schicht Honigtau aufweisen.

Blattäuse auf natürliche Weise nachhaltig bekämpfen

Die grünen oder schwarzen, zwei Millimeter großen Blattläuse befallen mit Vorliebe junge Triebe und Knospen, sind aber auch oft auf der Unterseite von Blättern zu finden. Häufig bilden sich infolge ihrer Saugtätigkeit Blattkräuselungen und Triebstauchungen, aber auch Viren können dabei übertragen werden. Der Marienkäfer ist für jeden Gärtner ein wahrer Segen. Immerhin gelten die Larven des berühmten Glücksbringers als die effektivste Alternative zu aggressiven chemischen Pflanzenschutzmitteln. Da eine einzige Marienkäferlarve täglich bis zu 150 Blattläuse frisst, ist die Ansiedlung von Marienkäferlarven eine wirkungsvolle Waffe gegen Blattläuse. Weiterhin können Schlupfwespen, Florfliegenlarven und Gallmücken zum biologischen Einsatz kommen.

Pflanzenschäden verursacht durch die Weiße Fliege

Die Weiße Fliege gehört zur Gruppe der so genannten Mottenschildläuse und ist mit den Blattläusen eng verwandt. Aus den mit dem bloßen Auge kaum erkennbaren Eiern schlüpfen die ungeflügelten Larven, die genau wie die erwachsenen Tiere zuckerhaltigen Pflanzensaft saugen. Ein Teil dieses Saftes wird wie oben beschrieben wieder ausgeschieden, wodurch auch hier der klebrige Honigtau entsteht. Dies kann zur Besiedelung mit sogenannten Schwärze- oder Russtaupilzen, zum Beispiel zu Sternrusstau am Laub der Pflanze führen. Natürliche Feinde der Weißen Fliege sind Spinnen, in deren Netze sie sich verfangen. Auch Marienkäfer, Raubwanzen, Schwebfliegen, Schlupfwespen und Florfliegenlarven fressen die Weiße Fliege und helfen so diese natürlich zu bekämpfen.

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