Biologischer Pflanzenschutz – Was ist das?Teil 3: Spinnmilben und Wollläuse

© Holger Casselmann

Spinnmilben
 Ein Schädlingsbefall ist an feinen Gespinsten, die Spinnweben ähneln, leicht zu erkennen. In diesen Gespinsten sind auch die winzigen 0,5 bis 1 Millimeter großen Spinnmilben zu entdecken. Zunächst besiedeln die Schädlinge die Blattunterseiten. Versäumen Sie es nun, die Spinnmilben zu bekämpfen, nehmen die betroffenen Blätter durch immer stärkeren Schädlingsbefall eine graubraune Färbung an und sterben schließlich ab. Spinnmilben bedienen sich durch Saugen an den Pflanzenzellen.

Die Raubmilbe

Der natürliche Feind der Spinnmilbe Eine biologische Bekämpfung wird mit Raubmilben und unterstützend mit einer räuberischen Gallmücke durchgeführt.
Hier nennen wir die Raubmilbe „Phytoseiulus persimilis“. Sie hilft gegen die Gemeine Spinnmilbe „Tetranychus urticae“ und frisst bei Aufbringung auf befallene Pflanzen
sowohl die Spinnmilbe als auch deren Eier.
Mit welchen Kosten ist hier zu rechnen? Ein Beispiel: Eine Dose mit 1.000 Raubmilben kostet etwa 14 Euro und deckt eine Fläche von 200 Quadratmetern ab.
Wollläuse
Bei diesen Schädlingen handelt es sich um flügellose Insekten, die bis zu 5 Millimeter lang werden. Wollläuse neigen dazu, in großer Anzahl auf Blättern, Früchten und Stängeln
aufzutreten, ernähren sich parasitisch vom Saft der Wirtspflanze und scheiden eine zuckrige Lösung (Honigtau) aus, auf der sich Rußtaupilze ansiedeln können.
Wollläuse werden biologisch zu den Schildläusen (Coccidea) gezählt. Die flügellosen Weibchen der Wollläuse scheiden Wachsfäden oder Seide aus, welche den Eiern und
Junglarven als Schutz dient. Unter diesen Knäulen, die an einen Wattebausch erinnern, sitzen die Tiere unbeweglich und schädigen unsere Pflanzen. Häufig sind die kleinen
Insekten an Kiefern, Rotbuchen, Hortensien, Obstbäumen, aber auch gerne an Zimmer- Orchideen zu finden. Bei starkem Befall kommt es zu Wuchshemmung und Schwächung
der Pflanzen.
Marienkäfer schaffen Abhilfe
Wollläuse sind die Lieblingsspeise von dem Australischen Marienkäfer „Cryptolaemus montrouzieri“. Er sollte morgens oder abends ausgesetzt werden. Unterstützend gegen
Woll- und Schmierlaus kann auch „Chrysoperla“ (Florfliegenlarve) ausgebracht werden.
Auch hier möchte ich Ihnen ein Preisbeispiel nennen: Eine Dose mit 25 Marienkäfern reicht für eine Fläche von 25 bis 50 Quadratmetern und kostet gerade einmal 15 Euro.

PDF mit Bildern Serie_Pflanzenschutz_Teil3

Haus+Hof online Ausgabe 5_16