Der perfekte Rasen

– Gartenexperte Hans Joachim Rohwer erklärt, wie es geht

Es ist Anfang März. Das Frühjahr naht, und es stellt sich jedes Jahr erneut für viele Gartenbesitzer die alles entscheidende Frage: „Wann vertikutiere ich meinen Rasen?“

Viele Gartenbesitzer können es nicht abwarten und vertikutieren ihren Rasen bereits, so bald es frostfrei ist. – Ohne Rücksicht auf den Rasen und das Wetter. Vordergründig geht es nur darum, Moos und Unkraut aus dem Rasen zu entfernen. Folgende Schritte werden von Gartenbesitzern in der Regel durchgeführt: 1. vertikutieren, 2. abharken, 3. Mutterboden aufbringen, 4. nachsäen, 5. düngen. Wenn der Gartenbesitzer in jedem Jahr auf diese Weise verfährt, wird er jedoch wenig Freude an seinem Rasen haben und die Prozedur jedes Jahr wiederholen müssen.

Wie macht man es aber richtig? Es beginnt schon bei der Auswahl der Rasensaat und der Vorbereitung zur Aussaat. Gewählt werden sollte eine Saat, die strapazierfähig ist und Trockenheit vertragen kann. Sie sollte sich rasch regenerieren und die Pflanzen sollten sich gut verzweigen. Ungeeignet sind Rasenmischungen mit einem hohen Anteil an stark wachsenden Gräsern. Diese verdrängen das feine Gras und es entstehen Lücken – ein Einlass für Unkraut und Moos. Soll der Rasen dicht und optimal wachsen, sollte man alle sieben bis zehn Tage mähen oder sich einen Rasenroboter anschaffen, der die Arbeit regelmäßig erledigt. So erhält man einen dichten, weichen Rasen. Außerdem helfen eine regelmäßige Düngung und eine ausreichende Bewässerung.

Der Rasendünger sollte organisch-mineralisch sein, es sollte in der Wachstumsphase fünf bis sechs Mal in kleinen Gaben gedüngt werden. Der mineralische Anteil ist sofort für die Pflanze verfügbar während der organische Teil im Anschluss für die Nährstoffversorgung zuständig ist. Die Wirkung des Düngers vergeht nach vier bis sechs Wochen.

Eine gute und sparsame Beregnung kann von einem Fachmann installiert werden. Bei richtiger Pflege des Rasens muss nur wenig oder gar nicht vertikutiert werden.

Wenn ein Rollrasen verlegt wird, ist die Chance noch besser, einen guten Rasen zu erhalten, da der Hausbesitzer oft Fehler in der ersten Wachstumsphase eines ausgesäten Rasens macht. Dadurch entstehen häufig Lücken, die später immer wieder zu Problemen führen können.

Doch was ist zu tun, wenn der Rasen schon vermoost und voller Unkraut ist? Durch die Verdichtung der Rasenfläche im Laufe eines Jahres entsteht eine gewisse Grundfeuchtigkeit im unteren Bereich der Grashalme. So herrschen für das Moos optimale Bedingungen um zu wachsen. Durch das Vertikutieren werden zunächst Moos und Unkraut aus dem Rasen entfernt.

Man fährt ein bis zwei Mal kreuz und quer über die Rasenfläche. Es empfiehlt sich, die Rasenfläche zwischendurch abzuharken und  lockere Grassoden zu entfernen. Durch das Ritzen der Bodenoberfläche entstehen Rillen im Rasen, die Rasenwurzeln werden so geteilt und zu neuem Wachstum angeregt.

Nach dem Vertikutieren ist es ratsam, den Rasen mit scharf gewaschenem Sand (Zylonensand/Kies Körnung 0-2) abzustreuen. So erreicht man, dass die Feuchtigkeit aus dem Rasen abzieht. Im Anschluss sollte eine Regenerationsmischung einmal auf den gesamten Rasen aufgebracht werden. Abschließend wird der Rasen gedüngt und gegebenenfalls angewässert. Bei starker Nässe sollte man nicht vertikutieren, da die entstandenen Rillen schnell wieder verschlemmen oder zugetreten werden. – Der Effekt des Vertikutierens würde verpuffen.

Bei der Auswahl des Vertikutierers sollte darauf geachtet werden, dass er genügend Kraft hat, den größten Teil des Mooses aus der Rasenfläche zu entfernen.

Der beste Zeitpunkt zum Vertikutieren ist ab etwa Mitte April wenn das Gras bereits in vollem Wachstum ist. Lücken werden dann schnell geschlossen. Sollte viel Unkraut vorhanden sein, empfiehlt sich eine Behandlung der Rasenfläche mit einem Herbizid (Unkrautvernichtungsmittel). Es sollte ein Dünger mit Moos- oder Unkrautvernichter gewählt werden. Ein Dünger mit Moosvernichter beispielsweise tötet das restliche Moos ab. Bei Moosvernichter sollte man aber daran denken, dass der Boden durch die Ausbringung saurer wird. Damit der Boden mit der Zeit nicht versauert, ist es notwendig, von Zeit zu Zeit zu kalken, um den PH-Wert wieder zu verändern. Vor der Ausbringung empfiehlt es sich, einen Bodentest (erhältlich zum Beispiel im Landhandel) zu machen. Falls Sie sich nicht sicher sind, sollten Sie sich an einen Fachmann wenden. Hier empfiehlt sich zum Beispiel ein Gärtnermeister oder eine Person aus dem qualifizierten Fachhandel.

 

Hans Joachim Rohwer · Garten- und Landschaftsbau

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