Energiewelten wachsen zusammen Teil 3 Smart Home

SCM Energiewelten wachsen zusammen

Teil 3: Smart Home – „Effiziente Energie“  –Stefan Korneck scm

 Durch die Neugestaltung der Förderung für Photovoltaik-Anlagen wird es immer interessanter, den selbst erzeugten Solarstrom auch in maximierten Mengen selbst zu verbrauchen, die intelligente Kopplung von Erzeugern und Verbrauchern nimmt eine stetig wachsende Relevanz ein.

Die Begriffe „Smart Home“ und „Energiemanagement“ stehen in der Photovoltaik-Branche für einen Paradigmenwechsel: seitdem Solarstrom aus der eigenen PV-Anlage nur noch halb so viel kostet wie Bezugsstrom aus dem Netz, geht es nicht mehr nur um günstige Erzeugung, sondern immer stärker um die optimale Versorgung mit Strom und Wärme auf Basis dieser preiswerten Energiequelle.
Energiemanagement spielt dabei die Schlüsselrolle: es steht für die intelligente Abstimmung von Erzeugung und Verbrauch und umfasst auch die Nutzung von Speichersystemen sowie künftige
Smart-Grid-Anwendungen. Im Detail verbirgt sich dahinter die Kombination aus Erzeugungsmanagement, Lastmanagement und Zwischenspeicherung von Energie auf der Grundlage von Informationsaustausch, daraus abgeleiteten Analysen und Prognosen sowie einer sinnvollen Planung.

Das Erzeugungsmanagement umfasst die Steuerung aller elektrischen Energieerzeuger und gewährleistet damit zum Beispiel die Einhaltung von Obergrenzen für die Netzeinspeisung.
Das Lastmanagement umfasst die sinnvolle Steuerung von elektrischen Verbrauchern. In der Regel besteht das Ziel darin, den Stromverbrauch und die lokale Erzeugung zeitlich und mengenmäßig möglichst optimal in Einklang zu bringen und damit Eigenverbrauchs- und Autarkiequote gleichermaßen zu erhöhen.

Neben den jeweiligen Nutzervorgaben muss für eine sinnvolle Einsatzplanung auch die Energiebilanz der einzelnen Verbraucher sowie die unterschiedlich effiziente Umwandlung in andere Energieformen wie etwa Wärme berücksichtigt werden. Die Zwischenspeicherung elektrischer Energie ist von zentraler Bedeutung, da sie die einzige Möglichkeit bietet, eine florierende
Erzeugung und einen strukturierenden Verbrauch zu entkoppeln.
Informationsaustausch, Analyse, Planung und Steuerung bilden die Grundlage des Energiemanagements. Auf Basis der Informationen, die mit Erzeugern, Verbrauchern, Speichern und Zähleinrichtungen ausgetauscht werden, übernimmt ein zentraler, intelligent planender Energiemanager die vorausschauende Steuerung aller Komponenten und berücksichtigt Nebenerzeugung- und Verbrauchsprognosen auch die Vorgaben und Wünsche des Betreibers .

Die Steuerung eines Smart Homes muss daher intelligent sein, um die komplexen Aufgaben effizient zu lösen, die Bedienung aber einfach und intuitiv. Damit das Energiemanagement in der Praxis funktioniert, muss das Smart Home zwei weitere Bedingungen erfüllen: einfachste Bedienbarkeit und klare Orientierung an den Wünschen und Bedürfnissen der Bewohner. Seine primäre Aufgabe besteht darin, die vorhandenen Optimierungspotenziale geschickt und voll automatisch auszuschöpfen ohne dass der Nutzer sich einschränken oder sein Verbrauchsverhalten
nennenswert ändern muss. Damit ist klar, dass das System sich dem Nutzer anpassen
muss – nicht umgekehrt.
Immer mehr elektronische Verbrauchsgeräte eignen sich für die intelligente Ansteuerung mit flexiblen, der Energieerzeugung angepassten Betriebszeiten: Waschmaschinen, Trockner, Spülmaschinen oder Kühlschränke sind typische Hausgeräte, die über Netzwerk-, Bluetooth- oder Funk-Ansteuerung gestartet werden können. Vor allem im Neubau werden Großverbraucher wie Wärmepumpen, Lüftungssysteme, Klimaanlagen und Elektrofahrzeuge vom Energiemanagement gezielt angesteuert. Integrierte Wetterprognosen und kundenspezifische Priorisierungen
optimieren das Verhältnis zwischen energetischer Effizienz und Beibehaltung
von Lebensgewohnheiten und Lebensqualität.

Die geplante Einführung von Smart Meter, also intelligenten Stromzählern, verstärken die Notwendigkeit und Entwicklung von intelligent angesteuerten Verbrauchern. Die schwankende Energieerzeugung durch Solar- und Windenergie zu verschiedenen Tages- und Jahreszeiträumen wird feste Stromtarife durch flexible Stromtarife im Stundentakt verändernd ablösen!
Sowohl für die Netzbetreiber als auch für die Stromkunden ergeben sich neue Optionen und beidseitige Vorteile, da einerseits eine Netzentlastung bei stetig wachsender dezentraler Energieerzeugung möglich ist und andererseits flexible Verbraucher mit günstigem Strom die Energiekosten senken können. Eine maßgebliche Rolle werden hierbei Großverbraucher wie Batteriespeicher, Wärmepumpen und Elektroautos einnehmen. Eine systemrelevante Kombination von geeigneten Produkten und die Erfahrung des Fachinstallationsunternehmens sind ausschlaggebend für eine langfristige Funktionalität und Effizienz des Gesamtsystems.

Unsere Welt wird definitiv smarter…

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