Immissionsschutz im Blick: Umweltausschuss tagt im LBZ Echem

Bildunterschrift: Kiebitze brauchen hohes Gras, um ausreichend Nahrung zu finden. Elke Benecke stellte den Ausschussmitgliedern die Kompensationsfläche südlich des LBZ vor. Foto: Landkreis Lüneburg.

(lk/eb) Die Landwirtschaft transparenter gestalten – im Landwirtschaftlichen Bildungszentrum Echem (LBZ) wird dieser Anspruch wörtlich genommen: Durch große Fenster können auch Besucher in die Ställe hineinschauen und den Ausbildern und den Auszubildenden bei der Arbeit mit den Schweinen zusehen.

. Am Montag (23. Mai 2016) waren es die Mitglieder des Umweltausschusses, die sich durch die Scheiben einen Einblick in die Lehrwerkstätten für Schweinehaltung verschafften.

Vor Ort informierten sie sich vor allem über Maßnahmen zum Immissionsschutz. Dr. Clar, stellvertretender Leiter des LBZ, erläuterte die Funktionsweisen der beiden unterschiedlichen Abluftreinigungsanlagen der Ausbildungsställe für die konventionelle Schweinehaltung. Mikroorganismen binden an der Oberfläche der Luftfilter Ammoniak und Geruchstoffe. „Damit die Abluftreinigung optimal funktioniert, wird der pH-Wert des Waschwassers mit Schwefelsäure oder Natronlauge reguliert“, ergänzte Wulf-Rüdiger Hahn von der Unteren Immissionsschutzbehörde. Das anfallende verbrauchte Waschwasser wird gesammelt und später als Dünger für den Ackerbau verwendet. In den Ställen der ökologischen Schweinehaltung sind keine Abluftreinigungsanlagen installiert, da die Tiere dieser Ställe jederzeit einen freien Zugang nach draußen haben.

Kiebitz, Brachvogel und Co. prägten lange Zeit das landschaftliche Bild der Elbmarsch. Doch weil geeignete Brutgebiete für die Tiere immer seltener werden, ist der Gesamtbestand der Wiesenvögel stark bedroht. Das Wiesenvogelschutzprogramm des Landkreises Lüneburg verfolgt deshalb das Ziel, die bedrohten Feuchtwiesen-Bewohner zu schützen und gleichzeitig die Landwirte einzubinden. Am Montag verschafften sich die Mitglieder des Umweltausschusses einen praktischen Einblick in das Schutzprogramm und besichtigten eine Kompensationsfläche südlich des LBZ. „Kiebitze nisten heute leider überwiegend auf Maisäckern, wie es sie in der Nähe gibt, und nutzen das angrenzende Grünland, um Nahrung zu finden“, erklärte Elke Benecke von der Unteren Naturschutzbehörde. „Spät gemähte Wiesen bieten durch ihren Reichtum an Insekten gute Voraussetzungen, damit die Kiebitzküken satt werden.“

Im Schnitt beteiligen sich jedes Jahr rund zehn Landwirte an dem Wiesenvogelschutzprogramm, umfahren die Nester der Vögel und legen teilweise sogar einige Hektar ihres Ackers während der Brutzeit still, um die Tiere nicht zu stören. Für diesen Einsatz bekommen die Landwirte einen finanziellen Ausgleich. Der Landkreis Lüneburg sucht weiterhin Partner für das Wiesenvogelschutzprogramm. Interessierte Landwirte können sich an den Fachdienst Umwelt wenden. Elke Benecke, Telefon 04131 26-1362, E-Mail elke.benecke@landkreis.lueneburg, und ihre Kollegen geben gern nähere Auskünfte.

Immer häufiger werden im Landkreis Lüneburg Wölfe beobachtet, und ihr Verhalten wirft Fragen bei der Bevölkerung auf. Einen kurzen Sachstand zum Wolf in der Region gab Mathias Holsten von der Unteren Naturschutzbehörde. „Sichtungen von Wölfen werden uns aus dem Amelinghauser Raum gemeldet, aber unter anderem auch aus Scharnebeck, Radbruch und Melbeck“, so Holsten, „diese Meldungen geben wir an das NLWKN und an die Landesjägerschaft weiter.“ Antworten auf die wichtigsten Fragen zum Verhalten in den Wolfsgebieten in der Region finden Bürgerinnen und Bürger aus dem Landkreis Lüneburg im Flyer „Wolfsbegegnung – was nun?“. Das Faltblatt entstand in Zusammenarbeit mit dem Umweltministerium, der Landesjägerschaft und Naturschutzverbänden.

Zudem hat der Landkreis schon frühzeitig Gespräche mit Tourismusunternehmern und Tierhaltern geführt. Mit Mitteln der Bingo-Umweltstiftung konnten bereits einige Betriebe Schutzzäune für Rinder, Pferde und Schafe testen, die das Land seit 2014 fördert. Anträge auf Bezuschussung der Schutzzäune können Nutztierhalter beim Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) stellen. Nur wenn ein intakter ausreichender Schutz vorhanden ist, werden die Schäden bei einem Nutztierriss als sogenannte Billigkeitsleistung vom Land getragen. Gemeinsam mit dem Lüneburger Umweltbildungszentrum SCHUBZ setzt der Landkreis außerdem auf Aufklärung – schon bei Kindern und Jugendlichen – und arbeitet dabei auch mit den Jägern zusammen. Den aktuellen Flyer sowie weitere Informationen zum Wolf gibt es unter www.landkreis-lueneburg.de/wolf.