LINKE fordert: Hanseviertel Ost zum Vorzeigeprojekt der Energiewende machen!

©Horst Jäger

DIE LINKE. Fraktion beantragt zur Sitzung des Ausschusses für Bauen und Stadtentwicklung am
28.08.2017, dass für das Hanseviertel Ost sämtliche möglichen erneuerbaren Energien wie u.a.
Photovoltaik zur Stromversorgung sowie Solarkollektoren zur Warmwassererwärmung und
Heizungsunterstützung zulässig sein sollen. Außerdem soll es Eigentümern und Anliegern
möglich sein, ohne über das öffentliche Netz zu gehen, Energie innerhalb des Hanseviertels Ost
für andere Anlieger und Eigentümer bereitzustellen.

Dazu erklärt Michel Pauly, Fraktionsvorsitzender der Linken im Rat: „Im Bereich von Avacon
Fernwärme ist in den Kaufverträgen für Häuser und Wohnungen nicht nur der Anschluss an
Fernwärme festgeschrieben, sondern man muss sich verpflichten, keine andere Energie zur
Wassererwärmung oder Heizungsunterstützung zu benutzen. Wir möchten jedoch, dass die
Option Solarkollektoren unbeschadet des Fernwärme Anschlusszwangs gewahrt bleibt, denn wir
sollten die Energiewende ernst nehmen und immer, wenn es wirtschaftlich ist, die Sonnenenergie
nutzen“.
„Wir müssen heute die Weichen für die Energiewende von morgen stellen“, fordert Rainer Petroll,
der für DIE LINKE. im Bauausschuss sitzt. „Das Gesetz zur Mieterstromförderung wurde am
29.06.2017 vom Bundestag beschlossen. Das ist ein wichtiger Baustein dafür, dass die
Belieferung von Mietern mit Solarstrom vom Hausdach künftig durch das Erneuerbare-EnergienGesetz
gefördert wird. Die Mieter bekommen den Solarstromanteil nicht ganz umsonst, denn die
Pflicht zur EEG-Umlage bleibt bestehen (ca.8,1 Cent pro kWh). Positiv dazu kommt der
Mieterstromzuschlag von bis zu 3,82 Cent pro kWh, so dass der Mieter für jede kWh nur ca. 4,2
Cent bezahlt, statt ca. 29 Cent vom örtlichen Versorger. Die Forderung des Deutschen
Städtetages, dass der Solarstrom nicht zwingend im selben Gebäude verbraucht werden muss,
sondern auch die Belieferung von anderen Wohngebäuden in unmittelbarer Nähe erfolgen kann,
ist erfreulicherweise aufgegriffen worden. Allerdings wird Solarstrom nur dann gefördert, wenn er
nicht durch das öffentliche Stromnetz geleitet wird“ erklärt Rainer Petroll.
Deshalb sollte nach Ansicht der Linken der Bauausschuss darauf hinwirken, dass während der
Erschließung des Hanseviertels Ost die Grundlagen dafür geschaffen werden, dass alle
Gebäude an ein Quartiersstromnetz angeschlossen werden können. Dafür braucht es ein
Leerrohrnetz, in dem später zum Beispiel Kabel zum Anschluss von Solarkollektoren verlegt
werden können. Da der Strompreis vom Versorger Jahr für Jahr steigt, wird bei Berücksichtigung
der Solaranlagenkosten die Wirtschaftlichkeit umso schneller erreicht. Investoren und Käufer im
Hanseviertel Ost können mit Investitionen in Sonnenenergie direkt zum Gelingen der
Energiewende beitragen.