Lüneburg hält an Nachhaltigkeitszielen fest

©Horst Jäger Rathaus Lüneburg

(sp) Lüneburg. Die globalen Nachhaltigkeitsziele sind auch für deutsche Kommunen  richtungsweisend. Das haben jetzt Oberbürgermeister aus 28 deutschen Städten – darunter Lüneburgs Oberbürgermeister Ulrich Mädge – in Berlin in einem Positionspapier festgehalten.

 

So unterstützt der Oberbürgermeister-Dialog ‚Nachhaltige Stadt‘ das Ziel einer Neugestaltung der Mobilität. „Hier sind wir in Lüneburg bereits gut aufgestellt, wollen uns aber weiter verbessern“, kündigt Lüneburgs OB an. „Wir möchten die Menschen dazu bewegen, verstärkt auf Rad und Busse umzusteigen.“ Dafür will die Hansestadt noch stärker in das Stadtrad-System investieren und weitere Stationen errichten. In den Ausbau und die Sanierung von Radwegen will die Stadt allein in diesem Jahr rund 1,2 Millionen Euro fließen lassen. Busse sollen häufiger fahren und bessere Angebote in den Abendstunden geschaffen werden. Zudem sollen der Stadt- und Regionalverkehr besser miteinander verzahnt werden.

Für Lieferverkehre, Logistik und Werksverkehre stellt sich Mädge mittelfristig einen Umstieg von Diesel- auf Elektroautos vor. Das gilt auch für städtische Unternehmen wie die Abwasser, Grün & Lüneburger Service GmbH oder die Gesellschaft für Abfallwirtschaft. Auch im privaten Bereich wünscht sich Lüneburgs Oberbürgermeister einen Wechsel: „Wir unterstützen den Ausbau der Lade-Infrastruktur. Wer im ländlichen Umfeld jetzt vielleicht zwei Autos hat, tauscht hoffentlich bald eines davon gegen ein Elektroauto oder ein Elektrofahrrad aus und schafft in einem zweiten Schritt irgendwann später das andere Auto ab. Am Ende wollen wir, dass sich der Autoverkehr in Lüneburg deutlich reduziert.“

 

Das ist auch im Sinne des Klimaschutzes, ein weiteres Ziel, das sich der Oberbürgermeister-Dialog auf die Fahnen geschrieben hat.  „Auch hier braucht sich Lüneburg nicht zu verstecken“, findet Mädge. Bereits seit Anfang der 90er-Jahre seien Großteile der Lüneburger Innenstadt autoarm bis autofrei. Dazu hat Lüneburg viele Parks und Grünflächen. Die meisten der Lüneburger Kleingartenanlagen sind Teil eines fast geschlossenen Grüngürtels West, der Lüneburg mit frischer Kaltluft versorgt. „Fön und Smog kennen wir bei uns nicht. Erhöhte Feinstaub- und Stickoxid-Werte sind bei uns eine absolute Seltenheit. Dennoch“, so Mädge, „wollen wir uns auch im Klimaschutz weiter verbessern. Wir wollen die Energiewende.“ Lüneburgs Oberbürgermeister erinnert dabei an das Bildungsfondsprogramm, über das Schulen, Kitas und Sporthallen der Hansestadt energetisch erneuert werden. „Und mit der Klimaschutzleitstelle von Hansestadt und Landkreis unterstützen wir auch Hausbesitzer in Lüneburg in ihren Absichten, Wände zu dämmen, die Heizungsanlage gegen eine moderne auszutauschen oder Sonnenenergie ins eigene Strom- und Wärmenetz einzuspeisen“, fügt Mädge hinzu.

 

Die Ziele der Vereinten Nationen zur Bekämpfung von Ungleichheit und zur nachhaltigen Siedlungsentwicklung sind weitere Felder, die der Oberbürgermeister-Dialog auf kommunaler Ebene angehen will. „Hier war auch die Überlastung durch Wohnkosten ein Thema, das wir auf dem Oberbürgermeister-Dialog-Treffen diskutiert und in Lüneburg bereits begonnen haben anzugehen“, erläutert Mädge. „Mit unserm Wohnungsbauprogramm ‚2.100 Wohnungen – davon zwei Drittel im niedrigen und mittleren Preissegment – bis zum Jahr 2021‘ entlasten wir den angespannten Wohnungsmarkt und ermöglichen allen Einkommensgruppen ein Wohnen in unserer schönen Stadt. Hier schließe ich mich Ulrich Maly, dem Oberbürgermeister von Nürnberg und Vizepräsidenten des Deutschen Städtetages an, der gesagt hat: ‚Die richtige Devise gegen steigende Mietkosten ist bauen, bauen, bauen!‘ Mit unserer Siedlungsentwicklung sind wir darüber hinaus auf einem guten, nachhaltigen Weg. Wir achten auf Flächenverbrauch und möglichst geringe Versiegelung. Dort wo wir – behutsam – in die Natur eingreifen, gleichen wir Flächen aus oder schaffen Ersatz.“

 

Das Oberbürgermeister-Dialog-Treffen ‚Nachhaltige Stadt‘ findet seit 2010 auf Einladung des Rates für Nachhaltige Entwicklung statt. Die Teilnehmer tauschen als politisch Verantwortliche ihre eigenen Ansätze aus und gehen der Frage nach, wie kommunale Nachhaltigkeitspolitik mehr Profil und Gewicht in der Bundesrepublik erlangen kann.