Obstbaumschnitt

Unsere Serie „Nutzholzschnitt im Garten“ – Teil 3/6

Vor allen Schnittmassnahmen stellt sich die Frage: Welchen Baum pflanze ich in meinen Garten? Berücksichtigen Sie, wieviel Platz ein Obstbaum benötigt und welche Wuchsformen geeignet sind. Es gibt unterschiedlich stark wachsende Obstbäume. Oft richtet sich die Wachstumsstärke nach den Veredelungsunterlagen, die verwendet werden, oder es gibt Sonderformen wie Spalier- oder Säulenobst. Am langlebigsten sind die Bäume, die man am wenigsten schneiden muss (bis auf den Auslichtungsschnitt).

Der richtige Schnittzeitpunkt

Wichtig ist, in welcher Jahreszeit ein Obstbaum beschnitten wird. Der Sommerschnitt bremst das Baumwachstum, der Winterschnitt, der in der Vegetationspause nach dem Laubabwurf bis zum Beginn des Saftflusses stattfindet, regt es an. Angestrebt wird, dass immer genügend junges Holz vorhanden ist: Die meisten Obstpflanzen bringen den besten Ertrag an relativ jungem Holz, teils am einjährigen Trieb, teils am etwa bis zu fünf Jahre alten Holz. Die beste Zeit zum Obstbaumschnitt ist der Spät-Winter (März) bis Sommer (Juli). Der Schnitt in diesem Zeitraum ist sinnvoll, da die Bäume und Sträucher den besten Wundverschluss in der Wachstumsphase haben. Bei einem Schnitt am Anfang des Wachstums wird der starke Trieb von Wassertrieben unterbunden.

Die Schnittweise

Will man die Baumform erhalten, wird der Baum bei der Pflanzung einmal so geschnitten, dass er kräftig wachsen kann. Das heißt, es werden alle überflüssigen Triebe entfernt und die anderen um etwa zwei Drittel gekürzt. Lediglich der Spitzentrieb bleibt zu zwei Dritteln stehen. Im Verlauf des Wachstums bilden sich dann neue Triebe und die Krone wird kräftiger. Es wird eine typische Baumform angestrebt. Normalerweise wird in den Hausgärten nur ein Auslichtungsschnitt durchgeführt um zu erreichen, dass die wachsenden Früchte genug Licht und Energie haben um groß und aromatisch zu werden. Es ist bei diesem Schnitt außerdem darauf zu achten, dass junge Triebe gefördert werden und Alte verschwinden. Möchte man einen Baum auf Ertrag schneiden, werden alle Kurztriebe ausgangs des Winters entfernt beziehungsweise stark gekürzt.

Dann gibt es natürlich noch Formschnitte wie zum Beispiel bei Spalierobst. Hier ist ein regelmässiger Schnitt notwendig, um die Form des Baumes zu erhalten. Schnitte sind immer glatt bis zum dickeren Ast durchzuführen ohne einen „Kleiderhaken“ stehen zu lassen oder zu tief in den Hauptast zu schneiden. Kürzt man einen Trieb oberhalb einer Knospe ein, sollte diese nach aussen zeigen, damit der Baum weiterhin eine gleichmässige Krone aufbaut. Eine gleichmässsige Krone ist wichtig für die Vitalität des Baumes.

Generell gilt: starker Rückschnitt – wenige große Früchte, schwacher Rückschnitt – viele Früchte unterschiedlicher Qualität. Während es bei Apfel und Birne relativ leicht ist, einen Schnitt vorzunehmen, ist es bei Kirsche und Pflaume schon schwieriger. Süßkirsche und Pflaume reagieren bei starkem Schnitt häufig mit Besenwuchs (viele Triebe aus einem Ast-
ende) oder mit Krankheiten (Gummifluss bei Süßkirsche). Im Extremfall werden die Bäume krank und sterben ab. Wer seine Bäume optimal in Schuss haben möchte, sollte den Fachmann fragen, bevor er sich selbst ans Werk macht.

Geeignetes Werkzeug

Es ist wichtig, dass das Werkzeug immer scharf und sauber ist, damit keine Krankeiten übertragen werden. Das Werkzeug sollte nach jedem Einsatz gereinigt werden.

Eine scharfe Schere und eine scharfe Säge sind eine Grundvorraussetzung für einen guten Obstbaumschnitt. Nur so entstehen keine ausgefransten Wundränder sondern glatte, saubere Schnitte.

Rohwer Garten- und Landschaftsbau
Frankenweg 12
21357 Barum (OT St. Dionys) – Deutschland
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Dieser Bericht ist Teil der Serie „Nutzholzschnitt im Garten“