Schottergärten verstoßen gegen Baurecht

Lüneburg setzt auf Aufklärung und will Gartenbesitzer zum Umdenken bewegen

(sp) Lüneburg. Graue und weiße Kieselsteine anstelle von Bäumen und bunten Blumen: In immer mehr Lüneburger Gärten sind Steinen das dominierende Gestaltungselement. Eine problematische Entwicklung, wie Yvonne Hobro aus der städtischen Bauverwaltung jetzt im Bauausschuss deutlich machte. Denn ökologisch und klimatisch seien die sogenannten Schottergärten eine Katastrophe. „Die Steinflächen bieten nicht nur einen trostlosen Anblick, sie sind auch für die Tier- und Pflanzenwelt wertlos, verhindern eine flächige Versickerung von Wasser und heizen sich im Sommer auf“, fasste Hobro die entscheidenden Nachteile zusammen. Was viele Bürgerinnen und Bürger nicht wissen: Die Steingärten verstoßen außerdem gegen Baurecht. Denn § 9 der Niedersächsischen Bauordnung schreibt vor, dass alle nicht überbauten Flächen auf einem Grundstück als Grünflächen anzulegen sind, erklärt die Juristin Hobro. Davon ausgenommen seien Zuwegungen sowie Flächen zum Parken oder für ein Gartenhaus.

„Wir könnten also schon jetzt dagegen vorgehen und Besitzer von Schottergräten auffordern, die Steine zurückzubauen und die Flächen zu begrünen“, so Hobro.

Statt mit Kontrollen und Druck will die Stadt allerdings zunächst auf Aufklärung und Freiwilligkeit setzen. „Wir möchten für das Thema sensibilisieren und den Bürgern erklären, wieso jede einzelne Grünfläche so wichtig ist und dass jeder hier seinen Beitrag für Klima- und Umweltschutz leisten kann“, so Oberbürgermeister Ulrich Mädge im Bauausschuss. Geplant sei, das Thema Gartengestaltung auch verstärkt in Ortsräten und bei Bürgerversammlungen anzusprechen sowie Gartenbesitzer direkt anzuschreiben.

Auch müsse künftig stärker im Blick behalten werden, ob die Vorgaben zur Gartengestaltung, die in den Bebauungsplänen gemacht werden, auch von den Eigentümern umgesetzt werden, etwa zum Pflanzen von Laubbäumen und Laubhecken anstelle von Nadelgehölzen. „Wir appellieren hier an alle Gartenbesitzer, diesen so grün und so ökologisch abwechslungsreich wie möglich zu gestalten, um Diversität und Artenvielfalt sowie das Klima zu fördern“, machte Mädge abschließend deutlich.

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HANSESTADT LÜNEBURG