VPB: Schlussrechnung nicht vor der Abnahme bezahlen!

©Verband Privater Bauherren (VPB)

BERLIN. In wenigen Wochen ist Weihnachten. Viele Bauherren möchten zum Jahreswechsel ins neue Heim ziehen. Das sollten sie nicht überstürzen, warnt der Verband Privater Bauherren (VPB). Vor dem Einzug steht nämlich die Bauabnahme – und die ist, neben der Vertragsunterzeichnung, der rechtlich gravierendste Schritt beim Bauen.

Mit der Bauabnahme gehen alle Gefahren und Risiken auf die Bauherren über. Sie müssen das Haus ab sofort selbst versichern. Mit der Abnahme beginnt auch die Gewährleistungsfrist und die Schlusszahlung wird fällig, denn mit der Abnahme des Hauses bescheinigt der Bauherr dem Bauunternehmer, dass das Haus im Großen und Ganzen in Ordnung ist. Die Bauabnahme hat also weitreichende Folgen. Bauherren sollten deshalb auf einem Ortstermin auf der Baustelle bestehen und sich nicht mit einer Abnahme zwischen Tür und Angel abspeisen lassen, rät der VPB. Genau das versuchen aber viele Firmen. Sie drängen auf schnelle Abnahme. An einem Ortstermin haben sie wenig Interesse. Das ist aber nicht im Sinne der Bauherren. Sie müssen gemäß § 640 Abs. 1 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) das bestellte Haus abnehmen und bezahlen, aber nur, wenn es keine gravierenden Mängel hat. Um festzustellen, ob tatsächlich alles in Ordnung ist, sollten Bauherren auf einer förmlichen Bauabnahme direkt am Haus bestehen – und die Abnahme mit einem unabhängigen Bausachverständigen vorbereiten. Auf keinen Fall sollten sie die Schlussrechnung vor der Abnahme bezahlen, warnt der VPB, denn damit geben sie ihr stärkstes Druckmittel aus der Hand.